Man muss sich -Spass beiseite- einmal bildhaft die Auswirkungen einer solchen “Kultur”-Abgabe vor Augen führen, um die Dreistigkeit dieser Forderung zu erkennen: Jeder, egal ob er nun den Geräuschmüll aus den “Charts” zu kaufen bereit ist, oder ob sich lieber auf den Notwehrparagraphen berufen und den dort vertretenen Hampelfiguren ein paar hundert Gramm groben Schrot zwischen die Stimmbänder schiessen würde, hätte per Vorkasse an die “Musik”-Industie für deren bis zur Unkenntlichkeit komprimierten Lärmterror zu bezahlen und dürfte des weiteren gefälligst sein unqualifiziertes Maul dahingehend halten, wie und für wessen Förderung dieses Zwangsgeld verwendet würde.
In Deutschland ist man dergleichen zwar bereits von der GEMA gewohnt, aber mit deren sinisterem Treiben kommen wenigstens nur Clubbesitzer, Radiofritzen, Podcaster und ähnliche Randexistenzen in Berührung, so dass die Empörung der “anständigen Leute” bisher zu recht ausblieb. Nun aber ginge es jedermann nicht nur wie bisher ans Innenohr, wenn er sobald er auch nur den Verkehrsfunk hören will, mit “Formatradio” nicht unter 148 dB(A) bestraft wird, sondern auch noch an den Geldbeutel, wenn er beim Abholen der täglichen zweihundertfünfzig Viagra-Werbemails (oder dem Einreichen der internetpflichtigen Einkommenssteuer) gleich noch das aktuelle Schreitrauma von B. Spears und Komplizen mitfinanzieren dürfte. Dass mit dem sicher nicht unerklecklichen Dirnenlohn, welchen die Musikzuhälter der Global Players jetzt einzutreiben gedenken, auch das Budget, welches der Konsument bisher noch für Musik seiner Wahl ausgeben durfte, beschränkt und in die Planwirtschaft der Klingeltonvorproduktion gebuttert würde, sollte nun wirklich “selbst dem dümmsten Rapper aufgehen” (Heise-Forum,SCNR).
Tröstlicherweise muss Opa Jenner das Scheitern seiner Prognosen ja vermutlich nicht mehr miterleben…
Verwandte Einträge:










