…na dann wollen wir doch gleich mal updaten – und wenn es schon mal die Gelegenheit gibt, während eines laufenden Betriebssystem-Upgrades zu berichten, wie´s denn so von der Hand geht, dann will ich das natürlich auch tun.
Wie man es von den Schösslingen der Debian-Distribution so kennt, lässt sich auch unter Ubuntu ein Upgrade des kompletten Systems zur Laufzeit erledigen. Das bedeutet im Klartext, während ich das hier tippe, rattert apt-get -nicht gerade gemächlich, sondern unter ganz ordentlicher Aktivität der Festplatte und des CPU-Lüfters und wildem Geblinke der HDD-LED die neue Distribution auf mein Notebook. Die fieberhafte Aktivität kommt nicht von ungefähr: schliesslich wollen etwas über 500 Pakete aktualisiert werden. Heruntergeladen sind sie schon, das hat so etwa eine Stunde gedauert und hat sich praktischerweie unbeaufsichtigt während des Abendessens erledigen lassen.
Das Distribution-Upgrade “anzuwerfen” war -mittlerweile gewohntermassen- keine grosse Aktion; wenn man sich als “alter Hase” erst einmal an den nach wie vor etwas unheimlichen Gedanken gewöhnt hat, ein beinahe komplettes Austauschen der laufenden Umgebung einem X11-Frontend anzuvertrauen, ist dies eigentlich mit ein oder zwei Klicks geschehen: “Aktualisierungsmanager” aus dem Administrationmenu auswählen, draufklicken, bestätigen, fertig. 
Ein paar selbst eingetragene Paketquellen wollten vor dem Update auskommentiert werden, aber wer sich damit nicht auskennt, der hätte ie gar nicht erst eingetragen. Soweit also reibungslos – bis zum ersten Anlauf: Obwohl auf der /usr-Partition noch ca 300 MB Platz sind, stockt das Installationsskript mit dem Einwand, es sei zu wenig Festplattenspeicher frei, “mindestens 14 MB” wären notwendig. Wohl ein kleiner Fehler in der Dimension unterlaufen – wie dem auch sei, nach dem Entfernen einiger alter Kernel-Sourcen und dev-libs (ebenfalls ein Problem, mit dem Otto Normal-User kaum in Berührung gekommen wäre) funktioniert es – allerdings sind wohl eher 1000 als 14 Megabytes freier Plattenplatz notwendig, um das Upgrade durchzuziehen.
Etwas “Bombensicheres” auf der Konsole wäre mir persönlich trotzdem lieber. Den Durchschnitts-User hingegen -ich nehme an, dass dieser Gedankengang hinter dem Vorgehen der Ubuntu-Maintainer steckt- verschreckt vermutlich der Gedanke, vom “Sorglos-Klicki-Bunti” weg und auf die stumme, Befehle fordernde Kommandozeile wechseln zu müssen zu sehr – die “gefühlte Sicherheit” zählt einfach mehr, als eine tatsächlich “failsafe” Umgebung – naja, das kennt man ja bereits von den unsäglichen Boot-Splashes her. Anfreunden kann ich mich mit derlei Hokuspokus nach wie vor nicht wirklich.
Hoppla ganz zu unrecht! Nachdem sich mein “alter” Firefox soeben verabschiedet hatte, tippe ich nach kurzer Pause auf dem “neuen” weiter – es ging nicht einmal ein halbes Wort dieses Textes im Eingabefeld verloren.
Dennoch: wenn ich der offiziellen Upgrade-Seite bei ubuntu.com entnehme, dass die Server-Variante auf die selbe Art und Weise (ein Server unter X!?) upgegradet werden soll, dann würde ich mir lieber in den Fuss schiessen, als einen Webserver unter Ubuntu laufen zu lassen – ausprobieren würde ich das schon gerne mal, aber nicht gerade mit einem Produktionssystem, das in weiter Ferne im Datacenter steht. Egal – meinen Laptop hier habe ich direkt unter den Fingern und für diesen bewährt sich die “Ubuntu-Methode” bislang ausgesprochen gut – wie gut sehen wir nach dem Reboot…
Jemand, der nicht in der Lage ist, ein System ohne /usr, ohne konfigurierten $PATH, natürlich ohne X und mit verhunztem Kernel zu retten wäre jetzt aufgeschmissen gewesen. Ich hatte zum Glück noch eine alternative /etc/fstab mit UIDs anstatt /dev/hdX Einträgen, wusste meinen PATH selbst zu setzen und auch wo vi wohnt.
Irgendwie habe ich das unter Debian schon mal sehr viel besser gesehen – und im Endeffekt auch einfacher, auch wenn’s ohne Klickibunti ging…
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