Das Für und Wider des Versteckens von Mailadressen

Beim Schockwellenreiter habe ich gerade eines meiner Lieblingsstichworte gelesen, von dort ward freundlich auf XWolf linkt, wo sich erwartbarerweise auch schon eine hübsche Diskussion um das leidige Thema “wie kommen die Spammer an die Emailadressen”, bzw. dessen Erweiterung “nützt es überhaupt etwas, seine Adresse (zumindest vor den Bots) zu verstecken?” entwickelt hat.

Ich habe vor geraumer Zeit bei Bruce Schneier die These gelesen, es wäre komplett vergebliche Liebesmüh. Irgendwann, so die Argumentation Schneiers, kommt sie sowieso heraus und spätens dann naht die Stunde der Wahrheit für die Anti-Spam-Vorkehrungen des Empfängers; abgesehen davon hat noch kein “Security by Obscurity”-Konzept jemals wirklich gehalten.

Auch wenn man Herrn Schneier nicht ohnehin als unbedingte Autorität in Fragen technischer Heimlichtuerei betrachten wollte, dürfte man an dieser kurzen, pessimistischen und plausiblen Prognose wenig zu rütteln finden. Damit war das Thema “getarnte Adresse” für mich eigentlich abgehakt.

Das ist bestimmt schon ein Jahr oder zwei her, an meinem SPAM-Aufkommen hat sich, seit ich nicht mehr eifersüchtig über meine “aktive” Adressen wache, nichts Feststellbares geändert.
Was mir jedoch aufgefallen ist -mir fällt die Argumentation von Schneier nämlich jedesmal ein, wenn ich irgendwo eine der üblichen hans.NOSPAM.user AT mail.hans.com Mail-Obfuskationen sehe- , war folgendes: Irgendwann wurde eine Mailadresse meinerseits gespammt, die nur von mir benutzt wurde, um Kopien von Mails von meinem eigenen Mailserver aus auf meinen PDA weiterzuleiten.

Niemand kennt diese Adresse, -nicht weil die jemals “geheim” gewesen wäre, sondern weil es absolut keinen Grund dafür gibt, dass ich sie jemandem mitteilen sollte, schliesslich benutze ich sie ja selbst nicht- und kein Mensch hat mir je direkt dorthin geschrieben. Spambots allerdings schon. Erraten haben diese die Adresse sicher nicht: die ist ellenlang, kein Realname und kein “Wörterbuchtext” drin. Wo auch immer die diese Adresse herausgefiltert haben mögen – wahrscheinlich aus den X-forwarded-Headerzeilen, von den zwei oder drei Mails, die ich jemals vom PDA aus weitergeleitet habe (die Absenderadresse, die auf Mails vom Smartphone steht, ist nicht dieselbe, wie die Weiterleitungsadresse, sondern meine “ganz normale” e-Mai-Adresse!) – fest steht für mich: Verstecken nützt ganz offensichtlich nichts. Schneier hatte meiner Meinung nach vollkommen recht.

About Tom

Der Autor weiss nicht nur (hinterher) alles besser, er ist auch seit einigen Jahren sowohl als Live-Act, Producer und VJ und noch etwas länger als Gitarrist und Bassist unterwegs. Was Computer betrifft, musste er seine ersten Programmchen noch in CBM-BASIC und 6502-Assembler verbrechen...
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