Womöglich. Es sei denn, er arbeitet für die Zeit. Deren Banausentum ist über den Status simpler Ignoranz längst hinaus gewachsen und könnte sich schon beinahe als eigene Kunstform etablieren, käme Kunst nicht vom Können und -weit schlimmer- würde sie nicht den Willen des Schaffenden voraussetzen. Bei solch enthirntem Gesülze kann aber nur von Unwillen die Rede sein:
Zu faul und zu dumm zum Recherchieren ist und bleibt nämlich faul und dumm – und nur so kann man einen Artikel werten, der mit einer längst zur Hohlheit wiedergekäuten Pop-Art Parole aus dem letzten Jahrhundert einen Artikel einleitet, der zum Thema “Netzkunst” nicht über die Abbildung von Ölgemälden im Internet hinauskommt und nicht einmal als Kunsthausaufgabe in der Fünften Klasse Gymnasium durchgehen würde. Selbst dort würde wohl die Kenntnis grundlegender Schlagworte und das erfolgreiche Bedienen einer Suchmaschine vorausgesetzt werden. Kunst wäre womöglich der Versuch, einen Gummibaum durch wiederholtes Vorlesen der “Zeit” zu Tode zu langweilen, aber Grausamkeit, selbst gegenüber Topfpflanzen, wäre meiner Meinung nach durch ein dermassen beknacktes Konzept nicht zu rechtfertigen. In Wirklichkeit bin ich zwar nur zu faul, die Webcam vor dem Blumentopf aufzubauen und mein Notebook mit einem Script, das die “Zeit” in den Page-Reader füttert, zu versehen, aber wenigstens nicht zu dumm, mir wenigstens irgendeinen an den Haaren herbeigezerrten Mist zum Thema Netzkunst aus den Fingern zu saugen. Obwohl… wo habe ich denn das 2m-Koax-Kabel und den USB-Adapter…
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