Frankreich in der Zensurspirale

3 Strikes… und noch nicht genug: Als ob die in Frankreich nach langem Lobbying der Unterhaltungsindustrie eingeführte Zwangsabtrennung angeblicher "Raubkopierer" vom Internet nicht schon der Barbarei genug wäre.(Man muss sich das erst einmal vor Augen führen: Dort besitzen jetzt private Firmen das Recht, Internetverbote für  Haushalte und Familien von Personen, die von ihr des Filesharings bezichtigt werden, zu verhängen!) In einem weiteren Vorstoss versucht das Entertainment-Syndikat nun auch noch, die angeblichen Raubkopierer -und nebenher alle anderen, vollkommen Unbeteiligten Nutzer- vom "Missbrauch" öffentlicher Zugangspunkte abzuhalten – indem diese nur noch von der Musikindustrie per Positivliste genehmigte Seiten(!) zugänglich machen dürfen. Jedes Internetcafe, jede öffentliche Bibliothek und jedes Kneipennetz in Frankheit soll nach den Vorstellungen der Rechteverwertungslobby also gezwungen werden, jede Website, die einer Ihrer Benutzer aufruft, darauf zu überprüfen, ob diese von der Musikindustrie "freigegeben" wurde.

Man erinnere sich: am Anfang war der "Vorschlag" der MI, Zugangsprovider dazu zu verpflichten, Filesharer zu ermahnen, keine urheberrechtlich geschützten Inhalte zu verbreiten.  Ein Jahr später, stellt diese die Forderung, künftig das gesamte französische Internet durch ein bisher unerreicht drakonisches Zensursystem kontrollieren zu dürfen, nachdem ihr aller Voraussicht nach, bereits das unglaubliche "Recht" eingeräumt wurde, willkürlich Menschen den Zugang zum Internet zu verbieten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frankreich nicht das einzige Land bleiben wird, in dem das Content-Kartell dergleichen versuchen wird. Ebenso sicher bin ich mir, dass auch die Einrichtung der oft diskutierten "Kulturflatrate" daran nichts ändern würde: Die MI würde meiner Überzeugung nach schlicht und einfach die willkommene Zwangsabgabe einstreichen und weitermachen, wie gewohnt. Wenn nicht noch unverschämter. Schliesslich bräuchte sie nicht einmal mehr irgendetwas zu verkaufen, sondern käme direkt an den Geldbeutel der (unfreiwilligen) "Konsumenten". Daran lässt schon deren bisheriges Statement keinen Zweifel, dass auch eine "Kulturflatrate" nicht das Verbreiten "geschützer" Inhalte legalisieren würde. Doch immernoch gibt es die Möglichkeit, diesen Herrschaften durch Abstimmung mit dem Geldbeutel zu begegnen, sprich: Boykott. Unbefristet und total. Zur Vernunft wird es die "Big Four" auch nicht bringen. Aber zu Fall.

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