(und ein paar Tips, was man dagegen tun kann)
Gut gemeint schlecht gemacht: Die Bannerkampagne gegen Internetzensur der Reporter ohne Grenzen. Vom nur als PDF erhältlichen Pressetext (absolutes “No”) einmal ganz abgesehen, trifft die “Diese Webseite wird überwacht”-Aktion erstens voll daneben, zweitens genau ins Schwarze. Wenn man davon ausgeht, dass das Schwarze dort ist, wo’s richtig wehtut. Das Bannerchen anstatt in Flash per GIF-Animation oder sogar DHTML zu machen, wäre nun wirklich kein Problem gewesen. Erstens gehört eine Klartext-Alternative für User-Agents ohne oder mit eingeschränktem Flash im Zeitalter des mobilen Web nicht mehr nur einfach zum guten Ton, sondern längst auch zu den Anforderungen von W3C und barrierefreiem Content. Sich als Non-Profit-Organisation nicht daran zu halten stellt zudem einen argen Fauxpas dar. Blinde sehen das ja eh’ nicht wenn man sie überwacht, gell?
Vor allem, da sich der Inhalt des Banners auf zwei Textzeilen, die man logischerweise auch als Text darstellen sollte, sowie auf ein Kamerasymbol erstreckt, welches man locker als GIF, PNG, oder sogar duch eine ASCII-Grafik hätte substituieren können. Letztere wäre in diesem Fall sogar thematisch und stilistisch wesentlich passender gewesen, als ein langweiliges 08/15 Flashbanner.
Noch schlimmer aber wiegt das durch diesen gedankenlosen Flashmissbrauch impliierte Eingeständnis, keine Ahnung den tatsächlich existenten Formen der alltäglichen Webüberwachung zu haben, oder sich nicht darum zu kümmern. Fläsh hat da nämlich ein paar sehr unschöne Eigenschaften, was die Privatsphäre der Besucher angeht. Auch, wenn die betreffende Flash-Animation ohne Shared Object (AKA Flash-Cookie) auskommt (was ich nur durch eher fortgeschrittene Trickserei herausgefunden habe), so birgt Fläsh stets die Gefahr der relativ bösartigen, heimlichen Nutzerüberwachung, was in diesem Fall schlichtwegs die ganze Aktion ins Licht der Unglaubwürdigkeit stellt.
Noch ein Wort in eigener Sache: Nun wird auch hier nicht eben spärlich mit Fläsch umgegangen. Zugegeben, Fläsch ist mir ein “pain in the ass”. Zumindest, wenn ich es nicht selbst gebaut habe und ausliefere, was ich bei meinen eigenen Inhalten fast immer mache. Diese enthalten allerdings auch immer ein alternatives HTML-OBJECT, das heisst, sie sind auch ohne Flash betrachtbar -für UNIX-Wizards mit Matrox- oder sonstigen fbdev-fähigen Karten übrigens sogar mit dem Textbrowser- und “böse” Cookies verwende
ich sowieso nicht. Auch, wenn man immer darauf gefasst sein sollte. Diverse andere Multimedia-Inhalte aber lassen sich ohne Fläsh einfach nicht einbinden und schlichter Verzicht ist oft genug keine Option. Schliesslich und drittens ist das hier auch keine wohlmeinde Weltverbesserungskampagne, sondern meine garstige, kleine “Klotür der
Internets”. Viertens weise ich, da sich Flash-Cookies bei installiertem Plugin ohnehin nicht umgehen lassen, immer wieder (und hier schon zum zweiten Mal) auf den Flash-Privacy-Manager hin, den man wirklich zumindest gelegentlich bemühen sollte. Viertens noch ein Tip für die Linux/Unix-User:
ln -s ~/.macromedia/Flash_Player/#SharedObjects ~/Desktop/evil_objects
und schon wird aus einem unsichtbaren Monster ein braves Hundchen an der Leine…
Unter Windows (wenn man es wirklich zum Surfen benutzt, wovon ich dringend abrate) lässt sich das Verzeichnis mit den Flash-Cookies irgendwo unter C:Dokumente und Einstellungen/USER/Anwendungsdateien finden, dazu müssen versteckte Dateien sichtbar sein und es existiert IIRC noch ein weiteres Versteck dafür. Am besten nach Dateien namens #sharedObjects suchen und eine Verknüpfung auf den Desktop anlegen. Besser: NoScript installieren (Firefox). Bei unverbesserlichen Internet-Explorer-Benutzern ist sowieso alles gute Zureden für die Katz’…
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habe gerade ein buch gelesen, von j.deaver:lautloses duell. leseprobe faxe ich, falls es dich interessiert, schicke ich es. trifft genau den punkt, ist aber in thrillerverpackung. ich bin nicht sicher, wie realisierbar das ist, was drin steht.phormidable?