</VIDEO>

tv-cashDie mangelnde Bereitschaft der Browserhersteller, sich auf einen gemeinsam unterstützten Codec zu einigen, zwang das W3C, die lange erwartete Einführung des “<VIDEO>”-Elements in HTML-5 endgültig aufzugeben. Obwohl es technisch längst problemlos möglich ist, Video-Elemente direkt in HTML-Seiten einzubauen, scheiterten bisher alle Versuche, dies einheitlich für alle Plattformen zu standardisieren, am verbissenen Festhalten der Hersteller an ihren jeweiligen -inkompatiblen- Insellösungen. Microsoft z.B. “vergiftete” den HTML-4 Standard, Videos per <OBJECT> einzubetten mit einem unsinnig komplizierten, völlig unlesbaren, brutal unsicheren und ausschliesslich für den Internet Explorer tauglichen Wirrwarr von kryptischen Parametern, um sicherzustellen, dass jede Seite, die Video für anständige Leute bereitstellt, auch noch eine Extraversion für MS-Vollpfosten schreiben muss. (Äppels Gegenkropf Quick-Time ist nicht viel besser, aber zum Glück benutzen das auf der ganzen Welt nur drei Leute). Als  lachende Dritter gingen Real Networks, die ihren uralten Real-Player immer noch nicht einmotten müssen und natürlich Adobe hervor, die durch das Einbinden von .H264-Videos doch noch eine Verwendung für den alten Fläsch-Kram aus dem Nachlass von Macromedia fanden. Nämlich Fernsehgucken für Internetzuschauer diewoh nich soh gern Tekste lehsen tuten – und die mittlerweile Hinz und Kunz umfassende Netzgemeinde war auch noch dankbar dafür. Lieber ein unnützes Plugin, das man nicht zu konfigurieren braucht, als gar keines

Eine so abgefeimte Scharlatanarie konnte wiederum Microsoft nicht unübertroffen im Raum stehen lassen und entwickelte in Windeseile Silverlight als Konkurrenz zu Flash und mit dem einzigen Sinn und Zweck, die Konkurrenz auszusperren und die Kundschaft mit einer weiteren unnützen Komponente zum Updaten, Installieren und Fehlersuchen, sowie einem weiteren potentiellen Schlupfloch für Schadprogramme zu beglücken.

Das alles wäre Vergangenheit gewesen. Egal, welcher Browser, egal ob Loonix, Äppel oder Windoze, egal ob Unterschichtenhändy oder Schreibtischrechner ein simples Stück Text in der aufgerufenen Seite  hätte ein simples Video auf den Schirm gebracht. Ganz ohne Silverlight, Flash, Irdgenwas-Player, dubiose Codec-Downloads und das Rätselraten, welches der drei Dutzend Plugins jetzt wieder streiken könnte.

Vielleicht wird’s ja was mit HTML-6. Aber bis dahin werden wir eben auch das Web 2.0 noch mit zwanzig Jahre alten Krücken durchwandern müssen.

About Tom

Der Autor weiss nicht nur (hinterher) alles besser, er ist auch seit einigen Jahren sowohl als Live-Act, Producer und VJ und noch etwas länger als Gitarrist und Bassist unterwegs. Was Computer betrifft, musste er seine ersten Programmchen noch in CBM-BASIC und 6502-Assembler verbrechen...
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