“Bemannte Videoinstallation”

Dank einiger eher verworrener Umstände und eines Geistesblitzes am Freitag Morgen bin ich mehr als kurzfristig und ohne irgendwelche Vorplanung auf die Transmediale geraten. Was, trotz absolut minimalen Konzepts, dank ausfallender Beamer, ungünstiger Verhältnisse zwischen neumodischen HD-Projektoren und angejahrten Laptops, Blizzards und des üblichen kommunikativen Chaos doch noch ganz schön stressig wurde. Jedenfall gehöre ich seit zwei Tagen und für den Rest der Woche sozusagen “zur Einrichtung”  in der c_base – und das, ohne jahrelang 24/7 im Keller herumgesessen zu sein.  Dass meine relativ einleuchtende Idee, ein paar recht grosse, durch dort angebrachte Beamer-Leinwände entstehende Lücken in einer Rauminstallation einfach durch Projektionen von Elementen aus der Installation auf die besagten Leinwände zu schliessen,  mit meiner mehr oder weniger ständigen Anwesenheit einhergehen würde, hatte ich noch einkalkuliert.  Den Arbeitsaufwand, den ein so simples Konzept bedeuten könnte, insbesondere, wenn man den Grossteil am bereits laufenden Objekt, im gut gefüllten Haus erledigen muss, habe ich dagegen -wie üblich- grosszügig unterschätzt. Jetzt, Mittwoch Früh um halb sechs, ist jedenfalls alles bis auf ein paar “Fleissaufgaben”, die ich mir heute Nachmittag vornehmen werde  im Kasten, nebenher habe ich auch einmal die dienstägliche OpenStage bzw. deren nicht ganz so offenes, dafür aber besser gebuchtes Pendant als Partner-Event der TM mit Visuals versorgt und für den kurzen Augenblick, den ich Zeit für so etwas hatte, das seltene Gefühl verkannten Genies genossen. Denn selbst, wenn irgendjemand bemerken sollte, dass diese -bislang undokumentierte- Ergänzung zur “Wireframe” Installation, tatsächlich über den Materialgrenzen (bzw. zwischen Materialität und Nicht-Materialität) wirkt – und zwar aufgrund einer konkreten, transmedialen Problemstellung – im Gegensatz zum reinen Selbstzweck, der den meisten reinen Kunstobjekten dieser Gattung innewohnt, wird er kaum jemals herausfinden, welcher Gedanke tatsächlich dahintersteckte – geschweige denn, von wem er stammte. Es sei denn, natürlich er liest dieses Blog und ist somit um eine Anekdote, die kaum jemals ein interessiertes Publikum finden dürfte, reicher – und eventuell um das  Gefühl, irgendwo doch  ein bisschen schlauer zu sein, als man aussieht.

Wird fortgesetzt – bis ich wieder zum Bloggen komme, wahrscheinlich per Twitter.

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