Des Spontanen Freud und Leid

Wie es immer so ist mit der Kurzfristigkeit; sie bringt, ausser der hochgeschätzten Kreativität und Leichtigkeit des Spontanen, natürlich auch das Ungeplante und Riskante mit sich. Von jeder Menge Stress und wenig Zeit nicht erst zu reden. 

Auf jeden Fall habe ich gerade einmal Zeit, das Posting von Gestern morgen fortzusetzen. Ich habe mich bereits zum auf alle Zeit unbekannten Pionier der nativ transmedialen Gebrauchskunst, sozusagen zum ersten bewussten Tool-Maker der Halbvirtualität gekrönt.  Was höchstens halbwegs aber durchaus teilweise ironisch gemeint ist - die schlimmen Auswirkungen des sich-selbst-ohne-ironische-Distanz-Betrachtens habe ich heute bereits anschaulich erleben dürfen und werde dem bestimmt nicht so leicht zum Opfer fallen. Im Ernst also, den notwendigen Medienübergang hat, mit meiner Ausnahme anscheinend kein Mensch in meiner Umgebung begriffen.  Die resultierenden Möglichkeiten, die statische, materielle, aber eben starr in der Zeit stehende Installation per Video um ein zugehöriges, aber nichtmaterielles, aber veränderliches Element zu ergänzen, was  ganz nebenher, der "Skulptur" ein dynamisches Element hinzufügt (ein altbekanntes, "klassisch" kaum lösbares Problem der bildenden Kunst) und  - als kleines paradoxes Gimmick- obwohl selbst nur zweidimensional, die ihrerseits dreidimensionale Installation erweitert - muss man eben doch alles hinschreiben, wenn's jemand merken soll :)

Das war zwar ein respektabler Schachtelsatz, aber sehr viel weniger "Heissluft" oder "Artspeak" als es aussieht - im Gegenteil. Im Vergleich zu den Ausführungen, die sich des öfteren im Kontext von Objekten finden, die sehr viel allgemeineren Prinzipien folgen und oft genug von so qualifizierten wie ironieresistenten Menschen stammen, habe ich mich möglichst allgemeinverständlich -und ohne in irgendwelchen Fachpublikationen nach hochgestochenen Formulierungen zu suchen, sondern gewohnt schnell und schlampig, vom VJ-Platz der "Base" aus schreibend- ausgedrückt.

Der zugegebene Schwachpunkt an alledem ist die eindeutige Zuordnung der besagten Teile der Gesamtinstallation. Logischerweise entstehen, bei einer solchen Unternehmung ohne vorherige Absprache, Skizzen, Studien und Absprache Schwierigkeiten bei der Ausführung - in diesem Fall weit zu grosse Abstände zwischen Projektionsflächen und bespanntem Raum, kurzfristige Änderungen in der Raumnutzung; dazu kurzfristige, technische Schwierigkeiten ausserhalb meiner/unserer Verantwortung, unglückliche Terminierung... Blahfasel. Jammer. Heul doch, Weichei!

Nachdem ich also meinen persönlichen Wochentiefpunkt überwunden hatte - es hatten heute wohl ein paar mehr Leute die Schnauze voll, wie ich unweigerlich aus einigen, nicht eben leise geführten Gesprächen, schliessen konnte - kam das Projektchen dann doch noch mal zum Fliegen, nachdem die Vorträge der Open Moon beendet waren, hatte ich die Screens und die Lounge für mich alleine. Leider war weit und breit niemand vom Dokumentationsteam zu sehen. Falls die Kollegen gestern noch etwas weniger Schlaf abbekommen haben als ich, sind sie wahrscheinlich irgendwo umgefallen (hoffentlich weich und warm) und so schnell nicht mehr wach bekommen. Ein paar Loops und Sequenzen konnte ich aber on-the-fly mitschneiden und sehe morgen nach, was man davon verwerten kann und werde falls möglich noch ein paar Videos hochstellen (der Clip oben ist von gestern).

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2 Responses to Des Spontanen Freud und Leid

  1. syb says:

    und was keiner eigentlich wissen kann, wofür ist der ganze aufwand? ich meine, zum zwecke wessen? oder zu welchem zwecke? und wenn’s einer liest, muss er – ergo- hellseher sein?

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