Erstens: Es gibt mittlerweile eine offizielle Petition zur Erhaltung der Netzneutralität. Da NN ein -auf den ersten Blick- sehr technisches Problem ist, wird sie wohl kaum zum Lieblingsthema der ungewaschenen Massen avancieren. Will sagen, wer diese Petition mitunterzeichnet wird sich wohl kaum unter irgendwelchen Querulanten oder Dauerbetroffenen wiederfinden, falls das ein Grund für jemanden ist, ansonsten keine Bittschriften zu unterzeichnen. Solche Snobs soll es ja geben
Ich kann trotzdem nur jedem empfehlen, sich wenigstens rudimentär mit der Thematik auseinanderzusetzen, denn dem Zugang zu ungefilterter Information wird im immer noch herandräuenden Informationszeitalter geradezu faustische Bedeutung zukommen. "Des Pudels Kern" könnte in einem nicht neutralen Netz, je nach Provider und Geldbeutel, nämlich sehr unterschiedlich aussehen.
Zweitens: Censor Cheap ist ein unaufdringliches, kleines Plugin für Mozilla Firefox. Es sendet Informationen über DNS-Anfragen und deren Antworten nach Hause. Das wäre im Normalfall natürlich böse (und entspricht, nebenher gesagt, genau dem, was die umstrittene Voratsdatenspeicherung ständig bei jedem tut, auch beim Telefonieren, Sie kommunistische Quasselstrippe!) hier aber werden die Daten vollständig anonymisiert und die Antworten der jeweiligen Nameserver miteinander verglichen, um Zensurversuche aufzuspüren und gegebenenfalls darum herumzurouten. Der Gedanke dahinter ist so einfach, wie genial und die bald zu erwartetnden statistischen Ergebnisse aus dem Testbetrieb des Plugins und der dahinterliegenden Crowdsource-Anwendung könnten hochinteressant werden. (via Netzpolitik)
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