Internetausdrucken für Grössenwahnsinnige

Zeitkapsel

noch harmlos: "Zeitkapsel" mit einseitigem Internetausdruck

Wer die Idee, Papierkopien von Internetinhalten für die Ewigkeit, oder angesichts der ca. 300 Jahre angestrebter Konservierungsdauer eher “für die Nachwelt”, zu konservieren schon für maximal bescheuert hält, kann noch etwas dazulernen. Denn die oben abgebildete “Zeitkapsel” ist nur ein vergleichsweise bescheidener Proof-of-Concept für den Reigen durchwegs aussergewöhnlich bescheuerter Ideen, totes Holz aufwendig zu bestatten, den Carlos Bueno in seinem -ich fürchte, ernst gemeinten- Konzept auffährt. Wer etwa bereit ist,  ein paar Hunderttausend Dollar aufwärts zu investieren, um der Nachwelt ein eindrucksvolles  Monument des eigenen, therapiewürdigen Messietums zu hinterlassen – und einen mit ca. dreieinhalb Millionen Seiten (entspricht ungefähr 3.5 MB) Druckerpapier gefüllten Schiffscontainer im Betonmantel als ästhetisches Äquivalent seiner selbst betrachtet, sollte sich schleunigst an Herrn Bueno wenden – möglichst, bevor eventuelle Erben (oder die missliebige Baubehörde) seine Entmündigung samt  Zwangseinweisung erwirkt haben. Aber es geht auch bescheidener: Ein (im Garten verbuddeltes?) Ölfass gefüllt mit 300 Litern Bitumenharz, 28.000 Seiten Internetausdruck und umhüllt mit einem knusperigen Mantel aus Stahlbeton lässt auch den Normalverdiener mit Bordmitteln aus Garage und Hobbykeller in den Kreis der Internetverzeitkapsler eintreten. In diesem Falle dürfte es dann wohl die Umweltbehörde sein, die  -ausser der Polizei, dem ABC-Abwehrkommando und einem Löffelbagger- die Männer mit den weissen Turnschuhen schickt…

(via Beyond the beyond)

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