Beim Fussball ist sowieso alles vorher abgesprochen

Oder wie sonst könnte die FIFA ein Urheberrecht auf Fussballspiele erheben und strikt durchsetzen? Die einzige Erklärung, weshalb ein Fussballspiel (Konzept: 22 Mann+Ball und Schiris laufen, leiden und lieben 90 Minuten lang öffentlich auf einer Grünfläche) ein "schützenswertes Werk" sein sollte, wäre ja wohl, wenn es da eine Choreographie gäbe. Ohne solche gibt es nämlich keinen Autor (=Urheber) des Werkes und damit auch kein Urheberrecht. Jetzt könnte man natürlich noch argumentieren, dass das Spiel  gewissen und sehr genau definierten Regeln gehorcht und damit sozusagen einem -möglicherweise schützenswerten- Algorithmus folgt. Der Urheber dessen wäre dann wohl Herr Fussball, oder wer auch immer die Spielregeln aufgestellt hat. Jedenfalls nicht die FIFA, denn es dürften sich erstens mühelos Beweise finden lassen, dass Fussball als Kulturgut bereits vor dessen Inbesitznahme durch diverse Funktionärsbesoldungsgesellschaften existiert hat.

 Alles in allem würde ich das Urheberrecht auf Sportveranstaltungen mal als besonders perfides Beispiel dafür bezeichnen, wie "Rechteverwerter" ein komplett an der Realität vorbeikonstruiertes Verwertungsrecht benutzen, um das Allgemeingut Kultur zu plündern. Auf unser aller Kosten und auf die nachfolgender Generationen.

About Tom

Der Autor weiss nicht nur (hinterher) alles besser, er ist auch seit einigen Jahren sowohl als Live-Act, Producer und VJ und noch etwas länger als Gitarrist und Bassist unterwegs. Was Computer betrifft, musste er seine ersten Programmchen noch in CBM-BASIC und 6502-Assembler verbrechen...
This entry was posted in Kultur and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply