Erinnert sich noch jemand an den "vernetzten Kühlschrank"? Jenes oft bemühte, theoretische Beispiel für "Dinge, die man mit dem Internet machen könnte", als noch fast niemand welches hatte? Das war so eine typische Schnapsidee von damals: der "vernetzte Kühlschrank" sollte selbstständig bestimmen, was an notwendigem Inhalt fehlt und das dann automatisch -per Internet- nachbestellen. Hat natürlich kein Mensch jemals gebaut, denn wer möchte schon jedesmal seine ranzigen Milchtüten, zerbrochenen Eier und seine zerlaufene Butter drei Wochen nach Bestellung vom Arsch der Welt abholen, wo der Paketdienst sie abgeworfen hat, ohne sich dazu herabzulassen, einen zu benachrichtigen?
Nun, jetzt, im unheiligen Verbund mit dem einzigen noch bescheuerteren Konzept der letzten fünfzig Jahre, nämlich den Softwarepatenten, wird wohl doch noch etwas daraus: Google hat sich tatsächlich den vernetzten Datenkraken-Kühlschrank patentieren lassen. Beziehungsweise überhaupt das datensaugende Haushaltsgerät: in Form eines Patents auf das automatische Registrieren des Besitzerwechsels von Appliances. Sprich: Haushaltsgeräte, die automatisch ihren aktuellen Besitzer registrieren und in einer zentralen Datenbank im Netz speichern. Diese und alle darin enthaltenen Daten (und natürlich das Prinzip des mitgeloggten Besitzerwechsels an sich) sind, sofern dem Patentantrag endgültig stattgegeben wird, dann natürlich patentiertes Eigentum von Google. Nicht etwa des Eigentümers, der den Kühlschrank gekauft hat und dessen Name und Anschrift die hinterhältige Haushaltsgerätschaft als Dank im Internet veröffentlicht hat. Mit dem Erfolg, dass, wie es im Register so schön formuliert steht,
Even the simple business of flogging last year’s model on eBay becomes the property of (Google)
Also, selbst wenn das irgendwie zu banal für "evil" ist - für "fucking weird" reicht's allemal.