Das Plektrum ist zum Zupfen da

saege

Sä-Gitarre (Fuxo-/Schwanzocaster, ca. 1960)

Oder "Design" ist, wenn man trotzdem quatscht. Diese Reportage (arte Design über die Fender Strat) muss man gesehen (und zwar schnell, solange es sie noch online gibt*!) haben, damit man es glaubt. Da gilt auch "Designer" oder "grafisch visuell" nicht als Entschuldigung für fachliche Inkompetenz, denn Design (zu deutsch "Entwurf") bedeutet eben auch, dass man die Funktion dessen versteht, was man entwirft, oder halt eben worüber man berichtet, wenn man schon für die Glotze arbeitet. Davon kann hier nun wirklich keine Rede sein. Dafür hat es durchaus den Reiz des Bizarren und birgt so einige seltene Perlen der Realsatire, wenn die vollkommen regungs- und ahnungslose Stimme aus dem Off dem fassungslosen Zuschauer im Brustton der Synchronsprecherüberzeugung einen Rickenbacker-E-Bass und sogar einen frühen halbelektrischen Kontrabass (wenn ich mich nicht täusche, ein -erfolgloser- 50er Jahre Prototyp von Epiphone) als "E-Gitarren" oder den deutlich sichtbar hohlen Corpus einer Halbakustik als "aus Massivholz gefertigten Solid Body" vorstellt, oder erklärt, ein Plektrum diene zum "Zupfen". Fast jeder Satz enthält so einen Knaller - die Autoren müssen wohl Grafik- oder Webdesigner gewesen sein, falls es keine Praktikanten waren. Gitarristen waren es jedenfalls nicht...

*damit geht's auch abzuspeichern, aber ich habe niemanden angestiftet ;)

Bookmark/share via AddInto
Posted in Kultur | Tagged , , , , | 6 Comments

192kHz/24bit sind die neuen 1000W (RMS)

Früher, als die Welt noch genauso vor Dummheit stank, wie heute, aber wir noch jeden Tag zehn Kilometer barfuss zur Schule laufen mussten (früh um Fünf! Durch den Schnee!), da verkauften skrupellose Einkaufszentren an technisch unbedarfte "Endkunden" gerne mal Stereoanlagen mit gigantischen Ausgangsleistungen. Denn viel hift bekanntlich viel und 1500W müssen einfach besser klingen als 30W. Mit dem Argument, dass demzufolge ein Staubsauger (800W) oder Wäschetrockner (5000W!!!1!elf!)  noch tausendmal besser klinger müsse, als Nachbars gerade aus dem Baumarkt nach Hause geschleppte Mega-Power-Super-HiFi-Anlage, konnte man sich damals, aller logischen Konsequenz zum Trotz höchstens dauerhaft unbeliebt machen. Eine ähnliche Entwicklung erleben derzeit (billige) Audiokarten mit Eckdaten, die bisher sündhaft teuerem Studioequipment vorbehalten waren, allerdings durch die Verbreitung von 24bit DA-Wandlern für DVD-Audio und SMUX-Technologie (vereinfacht: aus 4 mal 48kHz  für 5.1 mach' einmal 192kHz) nun auch auf dem Massenmarkt Einzug halten.

Die Formel ist simpel: Grosses Nummer Viel Gutt! Aus schauderhaftem Gestümper, unter maximaler Übersteuerung (Merke: viel Pegel hilft viel!) mit Opas Super8-Übersprechmikrophon in einem Heizungkeller aufgenommen wird ein audiophiles Meisterwerk, wenn's nur mit mindestens 192kHz gesamplet und unkomprimiert auf die Menschheit losgelassen wird. Dabei spielen Pre-Amps, EQ, analoge Komponenten, Linearität und andere Scheingrössen, mit denen Scharlatane gerne herumprotzen keine Rolle. Im Gegensatz zur Grösse des Monsters auf der Schachtel in der die Hardware kam, natürlich. Das  unterschreibe ich als Euer Lieblingsexperte (für Sachen in Schachteln mit Montern drauf) jederzeit*!!

Es besteht also überhaupt kein Grund, sich unangenehme, wenn auch zweifelsfrei fundierte aber technisch schwer verdauliche Prinzipien digitaler Klangverarbeitung, oder die generellen Ansichten zu "192/24" für End-User von irgend so einem DSP-Guru bei Xiph anzutun. Der kommt sowieso nur zu Ergebnissen, die man nicht hören möchte.

 *garantiert und risikofrei mit jedem, ausser meinem eigenen Namen.
Bookmark/share via AddInto
Posted in music | Leave a comment

Anti-Arbeitnehmer-Datei reloaded

Baustelle

Auch auf dieser Baustelle ist ein Terrorist versteckt. Wer kann ihn finden?

Vor fast genau vier Jahren habe ich einen Kommentar zu den damals aktuell angedrohten  und einen äusserst unangenehmen Geruch verbreitenden "Verbrechensbekämpfungsmassnahmen" durch Polizei, "Dienste" und Arbeitgeberverbände in England geschrieben. Damals betraf das nur den Einzelhandel. Bei über 40 der grösseren englischen Baufirmen hat man sich dann wohl gedacht, so eine paar schwarze Listen könnte man auch ganz gut gebrauchen und genau das implementiert - nur klammheimlich und ohne "Verbrechensbekämpfung" oder "Terrorabwehr" auch nur als Feigenblatt zu verwenden.  Da ging es von Anfang an darum "Querulanten" und "Linke" (auf dem Bau wimmelt es  ja bekanntlich ja nur so von Kommunisten, Anarchisten und linksradikalen Umstürzlern) in eine illegale, private Datenbank zu bekommen, was die "Sicherheitskräfte" offensichtlich nicht davon abgehalten hat, mitzusammeln. Unter anderem die Daten von Bauarbeitern, die sich öffentlich über Verstösse gegen den Arbeitsschutz und gegen Sicherheitsvorschriften auf Grossbaustellen beschwert hatten.

via fefe

Bookmark/share via AddInto
Posted in digital rights, netstat | 2 Comments

Kühl bleiben…

cray1

Mad Max lässt grüssen: Freon(?) Kühlung im Sockel der Cray 1

Weil gerade die legendäre Cray 1 von 1976 in meinem Kalender-Widget auftaucht: Wikipedia hat nicht nur einen netten Artikel über dieses nach wie vor äusserst erstaunliche und sehr exotische Maschinchen. (Immerhin ein 64 Bitter - 1976! Damals hat ein Taschenrechner mit LED-Anzeige noch ein halbes Vermögen gekostet - und der konnte dann noch nicht mal Wurzeln oder auch nur Potenzen rechnen)  sondern auch ein paar wirklich interessante Fotos davon auf Lager. Ich gebe zu, ich habe mich erstens wirklich schon immer gefragt, was eigentlich in diesem Urvieh von Vektorrechner, bzw. in dessen wirklich markant geformtem Gehäuse (insbesondere in der "Sitzecke" unten) steckt - und dass ich als ich ganz klitzekleiner Geek geglaubt habe, da könnte man draufsitzen während man auf die Ergebnisse seiner Rechenaufgabe wartet :)

Aber man sehe und staune: Ausser einer ordentlichen Ladung Netzteile ist da, wie es scheint, tatsächlich eine Freon- oder Stickstoffkühlung drin - und was für ein Kaliber. Wasser ist es jedenfalls nicht. Schliesslich hatten selbst die vergleichsweise billigen VAXen damals eine richtige Kühlanlage.

Bookmark/share via AddInto
Posted in hardware, Kultur | Tagged , , | Leave a comment

Flash ist tot – Hurra!

oops :(

Flash hat's hoffentlich bald hinter sich...

so, oder ähnlich sehen seit dem letzten Update die meisten meiner Versuche aus, Flash-Videos wiederzugeben – und den Aussagen Adobes nach zu urteilen, wird sich daran nicht mehr viel zum Positiven ändern. Mit der Fortentwicklung von Shockwave/Flash für Linux ist jedenfalls Schluss (dann, Adobe, könnt Ihr mich auch mal. Aber kreuzweise...), Äppel-Kultisten ist Flash ohnehin bereits seit letzem Jahr per Kirchenbann verboten und  Microsoft-Opfer haben Silverlight zum Abgewöhnen.  Continue reading

Bookmark/share via AddInto
Posted in netstat, software | Tagged , | Leave a comment

Wikileaks schlägt wieder zu

wikileaks logo

The Global Intelligence Files (Wikileaks)

Monday 27 February, WikiLeaks began publishing The Global Intelligence Files – more than five million emails from the Texas-headquartered "global intelligence" company Stratfor. The emails date from between July 2004 and late December 2011. They reveal the inner workings of a company that fronts as an intelligence publisher, but provides confidential intelligence services to large corporations, such as Bhopal’s Dow Chemical Co., Lockheed Martin, Northrop Grumman, Raytheon and government agencies, including the US Department of Homeland Security, the US Marines and the US Defense Intelligence Agency. The emails show Stratfor’s web of informers, pay-off structure, payment-laundering techniques and psychological methods, for example ...

Im Endeffekt wieder in die selbe Bresche, aber diesmal trifft es anstatt offizieller Geheimdokumente die Kommunikation des in Texas beheimateten "Privatgeheimdienstes" STRATFOR, den schon Anonymous letztes Jahr massiv aufs Korn genommen hatten. Ein relativ schlauer Zug von Assange: damit bringt er sich selbst nicht wieder in den Fokus eines offiziellen staatlichen Vernichtungsfeldzuges sondern schiebt den legalen, wie moralischen schwarzen Peter weiter. Continue reading

Bookmark/share via AddInto
Posted in netstat | Tagged , | Leave a comment

Bo-Bo-Bombenüberfall!

"Das Böse ist immer und überall"
--Erste Allgemeine Verunsicherung

Jahrelang habe ich Leute belächelt, die absichtlich "Schlüsselworte", wie "Bombe", "Atom" oder "Attentat" an ihre Emails, Beiträge in Internetforen, Sofortnachrichten oder SMS anfügen, um den ominösen "Diensten" eins auszuwischen, die angeblich sämtliche übertragenen Daten nach genau solchen kindischen Vokabeln durchforsten würden. Typisches Techno-Voodoo aus der Alufolien-Hut-Fraktion, eben. Ha, ha, ha.

Im ersten Moment klingt das nämlich noch ganz realistisch. Angesichts der bekannten "Zuverlässigkeit" aktueller Viren-, Spam- und sonstiger Scanner klingt das im zweiten Momenta allerdings nicht mehr so erfolgsversprechend - und wenn man dann noch den grösstenteils sinn- und belanglosem Textschrott, der durchs Netz schwirrt betrachtet und welche Unmengen "verdächtiger" Begriffe zwangsläufig schon rein rechnerisch darin vorkommen müssen, dann erscheint es schon recht unwahrscheinlich, dass jemand ernsthaft Zeit und Ressourcen für so einen Unfug vergeuden könnte. Continue reading

Bookmark/share via AddInto
Posted in Amok aktuell | Tagged , , , | Leave a comment

Computer zu langsam? Schachtel mit grösserem Monster drauf kaufen!

Ich habe ja schon gelegentlich mal über eine gewisse Art von Computerspezialisten* und deren selbst attestierte Kompetenz in Hardwarefragen gerantet und dass deren Expertise darin besteht, das Ding aus der Schachtel mit dem grössten Monster drauf nach Hause zu tragen und einzubauen. Nun, trotz aller Schimpfe, die ich dafür bekommen habe, scheine ich wohl nicht allein mit dieser Behauptung zu stehen. Zwar orientiert sich der Autor eher an der Grösse des Raumschiffs hinter dem Monster, aber dafür liefert er noch einige originelle Theorien über die Qualifikationen der Leute, welche die Gebrauchsanweisungen dazu schreiben, mit. Continue reading

Bookmark/share via AddInto
Posted in Amok aktuell | Leave a comment

Deep Into Sunday Morning: Symphonix (DJ Set)

Eigentlich nichts hinzuzufügen. Symphonix haben sich verdientermassen zum gefragtesten deutschen Psytrance-Act emporgearbeitet, die Transparenz, Direktheit und schnörkellose Energie ihrer Livesets lässt sich IMHO am ehesten mit Kraftwerk während ihrer besten Zeiten vergleichen. Ahnlich hervorragend aber wesentlich überraschender sind aber die DJ-Sets von Symphonix. Ich behaupte mal ohne weiteres Nachdenken, die beiden Symphonix-Masteminds liefern als DJs mehr Livearbeit, als 75% der -sogenannten- Live-Acts der Szene bei dem, was diese so als "live" vor die Leute bringen...

Bookmark/share via AddInto
Posted in deep into monday morning | Tagged , , , | Leave a comment

Meeeensch! Psimone!1!!

Img: cliparteles / Openclipart.org

Räum' mal lieber flott dein Zimmer auf - sonst kommen sie dich auch noch holen!

Bookmark/share via AddInto
Posted in Amok aktuell | Tagged | Leave a comment