VJ AX-11: MISSION (DE)


1: Loop from Frida and Tobi by Ramon Leon (2007, insectorama.de)


Der idale Set; Eine durchgehend konsistente aber abwechslungsreiche Performance, in der jedes visuelle Pattern genau der darunterliegenden musikalischen Sequenz entspricht und eine visuelle Übersetzung der Musik liefert, die spontan von allen Beteiligten verstanden und positiv beantwortet wird.

Das klingt abstrakt, aber wer einen besseren Vorschlag hat, wie sich ein vollkommen wortlos zwischen Wildfremden ausgetauschtes Einvernehmen, über die Musik, die Stimmung und alles, was noch zwischen zwei Beats passt, ausdrücken liesse, sollte sich besser für einen Nobelpreis vorschlagen lassen, als hier herumzutrödeln ;) .

Clips, Loops & Samples

In Betracht des oben Gesagten ist es prinzipiell ein fruchtloses Unterfangen, die Arbeit eines VJ auf "totem Papier", durch leblose Schriftzeichen, oder durch "unbelebte" Clips wiedergeben zu wollen: eine Performance, die ich als sein, oder konkreter mein einzig massgebliches Schaffen als VJ betrachten möchte, ist naturgemäss eine Sache, die nur live, im Moment ihres Entstehens für ein Teilbild, einen Lidschlag oder eine Vierundzwanzigstelsekunde wirklich besteht. Im Gegensatz zur beliebigen Kopierbarkeit digitaler Inhalte, ist der Moment singulär, unwiederbringlich – und nur in diesem momentanen Zusammenhang existiert ein Live-Set.

Nur Worte würden alldem allerdings noch weniger gerecht, als es die Wiedergabe irgendwelcher Clips oder Aufnahmen werden kann. Ich bitte also darum, Clips nur als eine Ausstellung von Rohmaterial zu betrachten, vergleichbar mit Skizzen oder Farbstudien, aber keinesfalls als "fertiges Bild" zu verstehen. In mehr oder weniger diesem Sinn – und garantiert in sehr viel weniger ernsthafter und überlegter Absicht- kopiere ich in bewusster stündiger Unzufriedenheit, wechselndes Material auf diese Seite. Grösstenteils absichtlich oder unabsichtlich oder ohne mein unmittelbares Wissen entstandene Aufnahmen von Live Sets, rohe Auschnitte aus irgendeiner Phase von Materialsammlung oder Cutting, die mir (und oft genug nur mir) in diesem Augenblick repräsentativ, witzig oder auf sonst eine Weise "vorzeigenswert" erscheinen – diese Clips sind im allgemeinen so, wie sie in ebendiesem Moment waren – und keine von langer Hand ausgewählten und "präsentationsoptimierten" Vorzeigestreifen. Solche Filmchen sind vielleicht geeignet für Werbe-, Dokumentar- oder sonstige "filmer" – ich bin aber nichts dergleichen, sondern VJ.

Nicht mehr – und nicht weniger.



2: Excerpt from Electronic Washroom (Insektorama)
3: AX11 – Persistence
4: AX11 – X-Incarnation (Reel 2005)

Biographie

  • seit 1986 als Gitarrist und Bassist on stage
  • seit 1990 mit wechselnden Mitstreitern, und noch abwechslungsreicherem Arrangement (Setup 1990: drei AMIGA-Rechner, E-Gitarre, Sampler) unter den "Elektronikern", zahlreiche Sets zwischen Alpenrand und Ostsee
  • 1998-2001 Studium Architektur
  • 2003 aus einer eher spontanen Idee heraus mit einer Handvoll Linux-Scripts, Loops auf einer ganz passabel gebuchten Berliner Goa-Party performed. Erfolg, Spass. VJ-Set wurde auf acht Fortsetzungsparties ausgebaut…
  • 2007 Releases: Kicking In (April), Persistence EP (August)
  • das holländische Asterisk-Projekt (VoIP) übernimmt einige Tracks aus "Kicking In" für ein Online-Demo
  • 2008 Release: Leviathan
  • 2009 Doomsday Morning, Departure Maxi
  • Sets (Live-Act, VJ) mit (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in willkürlicher Reihenfolge) Antigen, d_bug, Eltron, Exanimo, Humanoid, Influxx, jarendo, Jojodyne, Jorgk, JoNaz, Krisae, Marcel Cluso, Moarice, Momo, Nanday, Plastic People, raumagent alpha, Shawnodese, Tanith
  • Clubs: MfE, Cassiopeia, äh¿!, FineRip, Boiler Club, Prison, C-Base
  • Parties: MfE In Space, Infraschall, Electrofreaks, Walpurgisnacht/Cassiopeia, Space Invaders

screenshot: Blender Screenshot: Blender 2.46 (Linux/x86)

So far, so good…

Ein VJ-Set ist -wenn man’s richtig macht- keine geringere Herausforderung, als ein Live-Act – soweit ich das mit 20 Jahren Erfahrung als Gitarrist, Bassist (über gewisse Experimente in anderen Besetzungen will ich lieber nichts verlieren) und mittlerweile vier Jahren als VJ beurteilen kann. Im Gegenteil: Als Musiker weiss man (hoffentlich), was die Musik spielt; als VJ ist man hingegen vollständig auf sein Musikverständnis und das Musikverständnis des musizierenden -und dominierenden- Teils des Acts angewiesen; ist dessen Set nachvollziehbar und sind Aussage, Spannungsverlauf und Richtung erkennbar, kein Problem: der Groove springt über, und er springt erst recht auf das Publikum über – and the party rocks… Über Sets ohne klare Linie, ohne Aussage, oder ohne die Fähigkeit eine bestimmte Stimmung zu vermitteln – oder welchen, die an widrigen Umständen scheitern, brauche ich nichts zu verlieren – es gibt sie -zum Glück nicht oft- jeder hat sie schon erlebt und wer nicht jedesmal wieder damit rechnet, den erwischt’s garantiert… Abergläubisch? Wer? Ich?!


Booking, Anfragen, Kontakt

Booking: www.cosmic-event.net

Artist: Fon 030 42018932 – Fax: +4930.33090480 Mail: booking [at] ax11.de

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